The Song of Roland: The Arabic Version

Wael Shawky

© Janto Djassi

Spätestens seit seiner Präsentation von Cabaret Crusades auf der dOCUMENTA (13) und im MoMA gilt Wael Shawky als Star der internationalen Kunstwelt. Mit Marionetten erzählte der ägyptische Künstler die Geschichte der Kreuzzüge aus arabischer Sicht, als martialisch brutalen Kampf um wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Mit dem Rolandslied, einem der bekanntesten mittelalterlichen Epen der europäischen Kulturgeschichte, zeigt Shawky erneut eine besondere Form des Perspektivwechsels. Die blutrünstigen Verse, die ursprünglich in Altfranzösisch von den Kriegszügen Karls des Großen gegen die islamischen Sarazenen erzählen, werden in seiner Inszenierung von zwanzig Fidjeri-Sängern auf Arabisch vorgetragen. Deren rhythmische Gesänge gehören zur Kultur der arabischen Perlentaucher und haben ihre Wurzeln etwa in derselben historischen Epoche wie das Rolandslied.
So entsteht ein irritierendes Spiel mit scheinbar historischen Gewissheiten und kulturellem Selbstverständnis, das neue Lesarten hochaktueller Themen wie Islamophobie oder Extremismus eröffnet.

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